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Die Viktoria-Stiftung in Richigen betreibt ein spezialisiertes Jugendheim für den stationären Massnahmenvollzug. Die Einrichtung bietet umfassende pädagogische und strukturelle Rahmenbedingungen für Jugendliche im Justizkontext. Seit der Eröffnung im Jahr 1961 hat sich das Heim von einem reinen Mädchenheim zu einer modernen Institution entwickelt, die heute Jugendliche aller Geschlechter in verschiedenen Wohngruppen begleitet.
Diese tiefgreifende inhaltliche und strukturelle Transformation erforderte über die Jahre zahlreiche bauliche Anpassungen. Umbauten und Erweiterungen erfolgten schrittweise, wodurch sich die ursprünglich klar gegliederten Nutzungsbereiche zunehmend auflösten. Verschiedene Funktionen mussten aufgrund begrenzter Platzverhältnisse vermischt werden, was langfristig zu betrieblichen und funktionalen Einschränkungen führte.
Bis heute wurde das Jugendheim keiner grundlegenden Sanierung unterzogen. Die technische Infrastruktur ist veraltet, energetische Anforderungen werden nicht erfüllt, und die bauliche Substanz zeigt deutlichen Sanierungsbedarf. Gleichzeitig strebt die Trägerschaft eine Neuausrichtung der räumlichen Organisation an, die sich an aktuellen pädagogischen Prinzipien orientiert: Entwicklungsschritte der Jugendlichen sollen architektonisch sichtbar und erlebbar gemacht werden – etwa durch den bewussten räumlichen Übergang zwischen Wohngruppen. So wird der persönliche Fortschritt innerhalb der Einrichtung auch räumlich spürbar.
Der wachsende Raumbedarf soll künftig durch die Aufstockung von zwei Gebäudeteilen in Holzbauweise gedeckt werden. Damit entstehen neue Flächen und Räume, die den veränderten betrieblichen und pädagogischen Anforderungen entsprechen und gleichzeitig eine nachhaltige Bauweise fördern.
Seit 2008 setzt sich die Trägerschaft intensiv mit der baulichen Gesamterneuerung auseinander. Die Dringlichkeit ist hoch. Erste sicherheits- und auflagenrelevante Massnahmen wurden bereits 2020/2021 umgesetzt, um den Betrieb bis zur umfassenden Sanierung sicherzustellen.
Begleitet wird dieser komplexe Erneuerungsprozess mit einem klaren Blick für den Bestand, einem sensiblen Verständnis der pädagogischen Anforderungen und einem architektonischen Konzept, das sowohl funktional als auch atmosphärisch überzeugt.
| Kategorie | Umbau und Sanierung mit Teilersatz / Workshopverfahren |
| Objektadresse | Richigengrabenweg 202, 3078 Richigen |
| Bauherrschaft | Viktoria-Stiftung Richigen |
| Leistungen Architektur | 72.5% von SIA 102 |
| Termine | Workshopverfahren und Machbarkeitsstudie 2021 – 2022 |
| Planung 2022 – 2025 / Ausführung 2025 – 2028 | |
| Holz-/ Bauingenieur:in | WAM Planer und Ingenieure AG, Bern |
| Elektroplanung | elektroplan Buchs + Grossen AG, Frutigen |
| HLKS-Planung | Matter + Ammann AG, Bern |
| Bauphysik | InfraBlow.Siegrist GmbH, Bolligen |
| Sicherheit / Brandschutz | BDS Security Design AG, Bern |
| Volumen SIA 416 | 36 125 m3 |
| Geschossfläche SIA 416 | 12 265 m2 |
| Kosten BKP 2 | CHF 22 000 000.– |